Wort in die Zeit 213 - August 2019
Hauszeitschrift
Liebe Freunde unserer Gemeinschaft und Leser unseres „Wortes in die Zeit“!
In diesem „Sommerheft“ möchte ich als Schwerpunkt über das Gebet schreiben, ein Wunsch, der schon oft geäußert wurde. Bei der Theorie, die verschiedene Dimensionen des Gebets aufzeigt, gilt jedoch in erster Linie: Gebet ist praktisch und bodenständig. Es führt ins Leben hinein, nicht aus ihm heraus. Gebet ist menschlich und ehrlich. Es fürchtet sich nicht vor Zorn, Frustration, Müdigkeit und Versagen, aber auch nicht vor Freude, Leidenschaft und Erfolg; Gebet bedeutet ein gesundes Gleichgewicht zwischen Kopf, Herz und Händen. Wenn wir beten, sind Verstand und Gefühle beteiligt.
Das Gebet ist für alle da, nicht nur für einen kleinen Kreis von Auserwählten, etwa von Mönchen als Spezialisten. Es ist eines der Geburtsrechte aller Christen. Eine „Mikro-wellen-Spiritualität“, die schnelle Ergebnisse erwartet, wird uns nicht weit bringen. Wie bei jedem Recht muss es mit Leben ausgefüllt werden, es muss dafür gerungen und gekämpft werden.
Im Gebet nehmen wir unser Leben mit allen Freuden und Problemen in Angriff, aber wir tun alles in der guten Gegenwart Gottes im Hintergrund. Hin und wieder müssen wir uns die Zeit nehmen, uns auf Gott zu konzentrieren, um unsere Beziehung zu ihm zu vertiefen. Das ist nicht einfach. Beim Beten kann es eine Zeit geben, in der die Worte verstummen und Schweigen, Meditation und die Freude an der Gegenwart Gottes das Gebet bestimmen. Das Gebet ist es auch, was unsere Gemeinschaft in einer für sie schwierigen Zeit stärkt und ermutigt, stabilisiert: unsere Kernaufgabe zu erfüllen, in Treue vor Gott zu stehen für viele.
Im Gebet mit Ihnen allen verbunden.
Ihr P. Ambrosius
Ihr P. Ambrosius










