In der Regel Benedikts hat die Gastfreundschaft einen hohen Wert. Wie Christus selbst soll der Gast im Kloster aufgenommen werden. Durch die Jahrhunderte ist die benediktinische Gastfreundschaft sprichwörtlich geworden.
Benedikt steht hier in der besten menschlichen und christlichen Tradition. Das Christentum konnte sich in den ersten Jahrhunderten wie ein Lauffeuer ausbreiten, weil die Christen für ihre Armen, Witwen und Waisen sorgten, eine würdige Bestattung ihrer Verstorbenen sicherten und weil sie, in einer Zeit, in der der Fremde keinen Schutz genoss, die Gastfreundschaft, hauptsächlich gegenüber Glaubensbrüdern, pflegten.
Heute sind die Klöster Orte, an denen suchende Menschen in einen Raum des Gottsuchens eintreten, in dem sie sich angenommen wissen, in einen Raum der Stille, in der Gott vernehmbar werden kann. Benedikt will, dass die Gäste bei ihrem Aufenthalt mit allem gut versorgt werden. Wichtiger als die leiblichen sind ihm dabei die geistigen Bedürfnisse. Die Gäste sollen im Kloster Hilfe finden und gerüstet werden für ihr Leben, für ihren Glauben, der oft angefochten ist und sich im Alltag zu bewähren hat.
Benediktinische Spiritualität will aufbauen und Hoffnung schenken, optimistisch sein und gleichzeitig realistisch. Sie will etwas von der frohen und befreienden Botschaft Jesu vermitteln, nicht moralisierend, sondern hinführend zu einer intensiven Gotteserfahrung und einer neuen Selbsterfahrung, dass ich in Christus von Gott angenommen und erlöst bin.












