Wort in die Zeit 214 - Dezember 2019

Hauszeitschrift

Liebe Freunde unserer Gemeinschaft und Leser unseres „Wortes in die Zeit“!
 
Schon die Engel riefen auf den Gassen und Fluren Betlehems: Fürchtet euch nicht! Habt keine Angst. Freut euch!
 
„Christ, der Retter ist da!“, so singen wir in diesen Weihnachtstagen – und wir sollten es mit viel Freude singen, denn als Christen haben wir allen Grund dazu.
Bischof Spital von Trier hat immer wieder betont: Unser Christentum – so sagte er – ist eine therapeutische Religion, eine Religion, die nicht krankmachen, nicht neurotisch oder sonst etwas will, sondern heil, gesund. Eine Religion, die uns Menschen nicht zu Übermenschen, und schon gar nicht zu Un-Menschen erziehen will, sondern die uns zutiefst menschlich machen will.
 
Christus ist der Arzt, der Heiland. Deshalb dürfen wir zu ihm kommen mit unseren Sorgen und Nöten; wir dürfen zu ihm hintragen, was in unserem Leben zerbrochen ist: die Scherben unserer Beziehungen und die Scherben unserer vergeblichen Anstrengungen und Mühen. All das, wofür andere uns ein „ungenügend“ bescheinigen, dürfen wir zu ihm bringen, auch wir als Klostergemeinschaft. Denn um all das zu heilen, wurde er geboren und hat unter uns gewohnt: Um zu ersetzen, was uns fehlt, um zu heilen, was bei uns verwundet ist, um Frieden zu schenken, wo wir Unfrieden gesät haben, um unser Herz zu erweichen, wo es hart geworden ist.
 
Zum Schluss noch eine Information zu unserer rechtlichen Situation in Neuburg: Nachdem der Abtpräses unserer Kongregation den ehemaligen Abt Winfried abgesetzt hat, legte Abt Winfried bei der Römischen Kongregation für die Ordensleute Widerspruch ein, die Absetzung aber wurde bestätigt. Abt Winfrid legte abermals wieder Widerspruch ein, die zweite Instanz der Kongregation hat den Widerspruch abgelehnt. Daraufhin hat Abt Winfried beim Obersten Gerichtshof der Apostolischen Signatur, dem höchsten Gericht der römischen Kurie, Klage gegen die Kongregation eingereicht. Wie lange dieses Verfahren dauern wird, wissen wir nicht, da wir keinerlei Erfahrung mit dieser höchsten kurialen Behörde haben.
 
Dietrich Bonhoeffer schreibt:
        „Wo die Menschen sagen „verloren“ – da sagt er „gefunden“;
        wo die Menschen sagen „gerichtet“ – da sagt er „gerettet“;
        wo die Menschen sagen „nein“ – da sagt er „ja“;
        wo die Menschen ihre Blicke gleichgültig oder hochmütig wegwenden,
        da ist sein Wort von einer Glut der Liebe wie nirgends sonst.“
 
Ihnen von Herzen von uns allen Gesegnete Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr 2020
Ihr P. Ambrosius
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