Wort in die Zeit 212 - Ostern 2019

Hauszeitschrift

» Ich habe dich geliebt, noch ehe du geboren warst.
Ich werde dich lieben, noch nach den Ende der Zeiten.
Ich liebe dich in alle Ewigkeit.«

Dieses Wort durchwirkt jede Seite der Bibel. Es kommt von weit her, von Gott, und es trägt alles Lebendige wie ein unterirdischer Ur-Strom. Es ist die letzte Vergewisserung des Lebens in seinem Urgrund, in Gott. Wir Christen verstehen uns von Tod und Auferstehung Jesu Christi her. Diese irdische Welt, wie sie ist, und auch das Schicksal der einzelnen Menschen, mit den großen Ungerechtigkeiten, zu akzeptieren und anzunehmen, fällt uns schwer. Auch Jesu Schicksal wirklich anzunehmen und zu verstehen, weil es Gottes Weg mit ihm ist, ist und bleibt für uns Christen eine Herausforderung, ebenso das Geschehen von Ostern, das irdische Erfahrung radikal überschreitet. Nur der Glaube und das Vertrauen in Jesus können das Geheimnis von Tod und Auferstehung zusammenhalten und unserer Existenz Heimat und Geborgenheit schenken.
 
Auch die Situation unseres Klosters ist nicht einfach zu verstehen und anzunehmen. Das Vertrauen auf Ostern mag uns den Weg zeigen. Es ist eine große Herausforderung, sich von Gott geführt zu wissen, unsere Kern- Aufgabe als Mönche.
 
So wünsche ich uns allen zu Ostern, dass es uns immer wieder geschenkt wird, bescheiden und doch beharrlich den Raum zu schaffen, dass im Vielerlei des  Alltags und in der Zerstreuung von dieser letzten Gewissheit, von diesem Ur-Strom der Liebe in der Tiefe unserer Existenz etwas an die Oberfläche unseres Lebens dringen kann und uns stärkt und trägt, und wir so österliche Menschen werden, die dem Leben trauen und wissen, dass die Liebe trotz all ihrer  Gefährdung und trotz aller gegenteiligen Erfahrung doch das erste und letzte Wort hat. Das ist das eigentliche Zeugnis unserer Klostergemeinschaft und eines jeden Christen.

Diese Gewissheit wünsche ich Ihnen und uns von Herzen, und so wird unser Ostern froh und gesegnet sein.
 
Ihr P. Ambrosius
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