Arzneigarten – Nerven-Hormone

Die nachfolgenden Beschreibungen von Rezepten und Heilwirkungen sind z.T. rein historisch und nicht wissenschaftlich belegt. Es handelt sich um keine medizinischen Empfehlungen. Eine Therapie mit Heilpflanzen sollte grundsätzlich mit einem Arzt abgestimmt werden. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit der gesammelten Informationen.

Cimicifuga racemosa (hier C. racemosa ‘White Pearl‘), dt. Silberkerze
Die Silberkerze ist eine sehr schöne 140-200 cm hohe Staude für halb- und vollschattige Standorte. Ihre charakteristischen Blätter sind ebenso dekorativ wie die großen weißen Blütenstände. In diesem Beet wurde aus gestalterischen Gründen eine kleinere Sorte ‘White Pearl‘ gewählt. Cimicifuga findet sich in Medikamenten gegen Wechseljahresbeschwerden und soll bei leichten Beschwerden Linderung verschaffen u.a. bei Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen. Aufgrund der möglichen Nebenwirkungen sollte eine Langzeiteinnahme in jedem Fall mit einem Arzt abgestimmt werden. In der Homöopathie findet die Silberkerze darüber hinaus bei Menstruationsbeschwerden Verwendung.

Humulus lupulus, dt. Hopfen
Eine wichtige Nutz- und Heilpflanze ist der Hopfen. Der starkwachsende Kletterer erreicht Höhen von 6 Metern und mehr. Die Geschichte des Hopfens ist eng mit der Geschichte des Biers verknüpft, zu dessen Bestandteilen Hopfen gehört. Als Heilpflanze wurde Hopfen vergleichsweise spät entdeckt. Anfang des 12. Jahrhunderts war es Hildegard v. Bingen, die sich für seinen medizinischen Einsatz interessierte. In ihrem Buch „Physica“ beschrieb sie die beruhigende Wirkung des Hopfens. Heute werden die zapfenartigen Früchte u.a. in Form von Tees, Teemischungen und Tabletten verwendet. Sie sollen bei Angstzuständen, Unruhe und Schlaflosigkeit helfen.

Hypericum perforatum (hier H. polyphyllum), dt. Echtes Johanniskraut
Johanniskraut oder Johannisblut hat seinen deutschen Namen vom Blütezeitpunkt, der um den 24.06. (Namenstag von Johannes dem Täufer) herum liegt. Die Gattung Hypericum weist etwa 400 Arten auf, die vor allem in der nördlichen Hemisphäre beheimatet sind. In diesem Beet wurde aus gestalterischen Gründen die Art polyphyllum verwendet. Sie ist eine kompakte 20-25 cm hohe Pflanze mit großen, goldgelben Schalenblüten. Im Lorscher Arzneibuch finden wir Johanniskraut als Mittel gegen Melancholie, was heute einer der wichtigsten Anwendungsbereiche dieser wertvollen Heilpflanze ist. Johanniskraut gilt u.a. als beruhigend, wirkt stimmungsaufhellend und bei Angstzuständen. Erhältlich ist es als Tee, Kapseln, Tropfen und als Kombinationspräparat mit Hopfen, Passionsblume oder Baldrian.

Lavandula angustifolia (hier L. ‘Munstead‘), dt. Lavendel
Eine Schönheit unter den Heilpflanzen ist der Lavendel und ebenso eine wertvolle Bienenweide. Er ist wärmeliebend, mag trockene Standorte und entfaltet sein wunderbares Aroma bei der Blüte und bei Berührung. In diesem Beet wurde aus gestalterischen Gründen die Sorte ‘Munstead‘ verwendet, die einen etwas kompakteren Wuchs hat. Im Lorscher Arzneibuch finden sich zwei Rezepte mit Schopflavendel (L. stoechas), die gegen eine Vielzahl von Beschwerden helfen sollten. Hildegard v. Bingen empfahl Lavendel wegen seines Aromas gegen Läuse. Noch heute verwendet man das duftende Kraut bei der Bekämpfung von Motten. Bei Odo von Meung findet sich im „Macer floridus“ ein Hinweis auf eine Wirkung von Lavendel, die wir heute noch schätzen: „Mit kaltem Wasser gereicht, soll sie das Herzzittern beruhigen […]“. Lavendel kommt heute bei der Behandlung von Einschlafstörungen, Nervosität und Unruhezuständen zum Einsatz.

Melissa officinalis, dt. Zitronenmelisse
Die Melisse ist eine 60-110 cm hohe Staude, die im Mai-Juli blüht. Der Artname officinalis bedeutet im Lateinischen „als Arznei verwendet“. Anfang des 12. Jahrhunderts beschrieb Hildegard v. Bingen die beruhigende Wirkung der Melisse und dass sie „das Herz fröhlich mache.“ In der Volksheilkunde und in der Homöopathie findet die Melisse heute u.a. bei Einschlafstörungen und Unruhezuständen Verwendung.

Rosa damascena ‘Rose de Resht’, dt. Damaszenerrose
Die ‘Rose de Resht‘ zählt ebenso wie die Apothekerrose zu den alten Rosen. Ihre Herkunft ist nicht genau bekannt. Sie wird 90-100 cm hoch, blüht purpurrosa bis in den Herbst hinein und hat einen intensiven Duft. Etwa 830 hat Abt Walahfrid Strabo seine Vorstellung vom idealen Garten, dem „Hortulus“, schriftlich niedergelegt. Und bei den 24 von ihm beschriebenen Heilpflanzen ist die Gattung Rosa vertreten. Hildegard v. Bingen schrieb über die Rose: „[…] Und wer jähzornig ist, der nehme die Rose und weniger Salbei und zerreibe es zu Pulver. Und in jener Stunde, wenn der Zorn ihm aufsteigt, halte er es an seine Nase.“ In der Aromatherapie gilt die Rose als ausgleichend, beruhigend und stimmungsaufhellend.

Rosmarinus officinalis, dt. Rosmarin
Rosmarin ist neben seiner Verwendung als Gewürz eine wichtige und alte Heilpflanze. Der Artname officinalis bedeutet im Lateinischen „als Arznei verwendet“. Der 100-120 cm hohe Halbstrauch benötigt einen sonnigen Standort und durchlässige Böden. Rosmarin regt das zentrale Nervensystem an und wird in der Aromatherapie u.a. zur Stärkung der Konzentrationsfähigkeit verwendet.

Valeriana officinalis, dt. Baldrian
Baldrian ist eine 150-200 cm hohe Staude mit großen weißrosa Blüten im Mai bis Juli. Der Artname officinalis bedeutet im Lateinischen „als Arznei verwendet“. Erwähnt wird der Baldrian bereits in der Antike von Plinius und Dioskurides. Galt er im Mittelalter fast schon als Allheilmittel, benutzt man Baldrian heute bei Unruhezuständen und nervös bedingten Ein- und Durchschlafstörungen.

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