Arzneigarten – Herz-Kreislauf

Die nachfolgenden Beschreibungen von Rezepten und Heilwirkungen sind z.T. rein historisch und nicht wissenschaftlich belegt. Es handelt sich um keine medizinischen Empfehlungen. Eine Therapie mit Heilpflanzen sollte grundsätzlich mit einem Arzt abgestimmt werden. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit der gesammelten Informationen.

Convallaria majalis, dt. Maiglöckchen
Das Maiglöckchen ist eine 20-25 cm hohe sehr giftige Staude, die zwischen Mai und Juni weiß blüht und angenehm duftet. Bestandteile des Maiglöckchens, u.a. das Convallatoxin, wirken anregend auf die Herztätigkeit. Aufgrund der Giftigkeit darf es auf keinen Fall als Hausmittel verwendet werden. Maiglöckchen wird in Form von Globuli und Tropfen in der Homöopathie angewendet.

Digitalis purpurea, dt. Roter Fingerhut
Der Rote Fingerhut wird vielen Wanderern bekannt sein, denn die 120-180 cm hohe rosarotblühende Wildstaude findet sich an Waldrändern und Lichtungen. Die Pflanze ist meist zweijährig und alle Pflanzenteile sind hochgiftig. Fingerhut wirkt anregend auf die Herztätigkeit. Aufgrund der Giftigkeit darf es auf keinen Fall als Hausmittel verwendet werden. Digitalis ist in verschreibungspflichtigen Herzmitteln enthalten.

Echinacea purpurea, dt. Roter Sonnenhut
Der Sonnenhut ist bis 100 cm hoch und blüht zwischen Juli und September intensiv rosarot. Diese robuste Präriestaude stammt ursprünglich aus Nordamerika. Beim Roten Sonnenhut werden alle krautigen Teile (keine Wurzeln) als Arzneimittel verwendet. In der Homöopathie wird Echinacea u.a. bei allgemeiner Müdigkeit und Schwäche verwendet, da er eine stärkende Wirkung haben soll.

Hypericum perforatum (hier H. polyphyllum), dt. Echtes Johanniskraut
Johanniskraut oder Johannisblut hat seinen deutschen Namen vom Blütezeitpunkt, der um den 24. Juni (Namenstag von Johannes dem Täufer) herum liegt. Die Gattung Hypericum weist etwa 400 Arten auf, die vor allem in der nördlichen Hemisphäre beheimatet sind. In diesem Beet wurde aus gestalterischen Gründen die Art polyphyllum verwendet. Sie ist eine kompakte 20-25 cm hohe Pflanze mit großen, goldgelben Schalenblüten. Johanniskraut wurde in der Antike und im Mittelalter für sehr unterschiedliche Krankheiten empfohlen: Kräftigung von Leber und Nieren und zur Herzstärkung.

Papaver somniferum (hier P. orientale), dt. Schlafmohn
Eine Berühmtheit unter den Arzneipflanzen ist der Schlafmohn. Schon der Name lässt auf seine Wirkung schließen. Er ist nicht nur schön, sondern auch ein hochwirksames Schmerzmittel und traurig berühmt wegen seines Gebrauchs als Droge. Der Saft des Schlafmohns, das Rohopium, enthält u.a. Kodein und Morphin, was wiederum die Grundlage für Heroin ist. In diesem Beet wurde aus rechtlichen Gründen die Art orientale verwendet. Der Anbau von Schlafmohn ist in Deutschland verboten. Unter der Bezeichnung „Hadrians Heilmittel“ finden wir im Lorscher Arzneibuch ein Rezept mit Opium, das u.a. gegen Zahnschmerzen helfen sollte und den Hinweis „Der Mohn lässt gut schlafen, man bindet ihn auf die Stirn.“ Aufgrund der Giftigkeit darf er auf keinen Fall als Hausmittel verwendet werden.

Rosmarinus officinalis, dt. Rosmarin
Rosmarin ist neben seiner Verwendung als Gewürz eine wichtige und alte Heilpflanze, die im Mittelalter u.a. bei Erschöpfung und Schmerzen genommen wurde. Der Artname officinalis bedeutet im Lateinischen „als Arznei verwendet“. Der 100-120 cm hohe Halbstrauch benötigt einen sonnigen Standort und durchlässige Böden. Rosmarin wirkt u.a. stabilisierend bei Kreislaufbeschwerden. Er ist als Badezusatz, Öl, Tee und Rosmarinwein im Handel.

Stachys officinalis (Syn. Betonica officinalis), dt. Heilziest
Sowohl der deutsche als auch der botanische Name lassen auf die frühere Verwendung als Heilpflanze schließen. Der Artname officinalis bedeutet im Lateinischen „als Arznei verwendet“. Der Heilziest oder auch Echte Betonie wurde in der Antike häufig erwähnt und beschrieben und für eine Vielzahl von Beschwerden empfohlen. Abt Walahfrid Strabo zählte die Betonie zu den 24 Heilpflanzen, die in einen idealen Garten gehören. Es gab Rezepte mit Heilziest u.a. gegen Schwindelgefühl und Fieber. Wissenschaftlich belegt ist seine Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System nicht. Heute wird Heilziest kaum noch verwendet.

Valeriana officinalis, dt. Baldrian
Baldrian ist eine 150-200 cm hohe Staude mit großen weißrosa Blüten im Mai bis Juli. Der Artname officinalis bedeutet im Lateinischen „als Arznei verwendet“. Erwähnt wird der Baldrian bereits in der Antike von Plinius und Dioskurides. Galt er im Mittelalter fast schon als Allheilmittel, benutzt man Baldrian heute bei Unruhezuständen und nervös bedingten Ein- und Durchschlafstörungen.

SMK