Arzneigarten – Bewegung

Die nachfolgenden Beschreibungen von Rezepten und Heilwirkungen sind z.T. rein historisch und nicht wissenschaftlich belegt. Es handelt sich um keine medizinischen Empfehlungen. Eine Therapie mit Heilpflanzen sollte grundsätzlich mit einem Arzt abgestimmt werden. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit der gesammelten Informationen.

Arnica montana, dt. Arnika
Arnika ist eine 50 cm hohe Staude, ihre dekorativen, gelben Blüten erscheinen zwischen Mai und August. Sie bevorzugt trockene, magere Böden. Eine Beschreibung von Arnika als Heilpflanze finden wir in einer Fassung von Adam Lonitzers „Kräuterbuch“: „Bei den Sachsen gebraucht es (das Kraut) das gemeine Volk, bei denjenigen, die von höher herabgestürzt sind oder sich sonst bei der Arbeit verletzte haben.“ Bis heute wird Arnika als Salbe oder Tinktur bei rheumatischen Gelenkschmerzen und Verletzungen verwendet.

Capsicum annuum, dt. Paprika
Paprika oder Spanischer Pfeffer ist den meisten als Lebensmittel und Gewürz bekannt. Sein durchblutungsfördernder Wirkstoff Capsaicin wird in Salben und Pflastern verwendet, um Muskelschmerzen zu lindern.

Paeonia officinalis, dt. Gemeine Pfingstrose
Die Gemeine Pfingstrose ist eine bis 80 cm hohe Staude, die zwischen Mai und Juni vor allem durch ihre schönen dunkelrosa Blüten auffällt. Der Artname officinalis bedeutet im Lateinischen „als Arznei verwendet“. Die Gattung Paeonia besticht durch zahllosen Farben und Formen. Im Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm aus dem 19. Jahrhundert findet sich der Name „Gichtrose“ als Synonym für die Pfingstrose, was auf eine Behandlung von Gichterkrankungen hinweist. Im Lorscher Arzneibuch findet sich ein „Heilmittel Gottesgabe“, das Pfingstrose enthält und u.a. gegen Fallsucht und „einsetzenden Gichtschmerz“ helfen sollte.

Symphytum grandiflorum, dt. Beinwell
Diese 30-40 cm hohe Staude gibt bereits mit ihrem deutschen Namen einen Hinweis auf ihre Verwendung. In der Antike verwendete man Beinwell zur Heilung von Knochenbrüchen. Hildegard v. Bingens Beschreibung des Beinwell beginnt mit einem warnenden Hinweis: „Die innere Anwendung von Beinwell bringt die gesamte Ordnung der Körpersäfte durcheinander. Aber auf die Haut aufgetragen, heilt er Geschwüre der Glieder“. Beinwell findet sich heute in Salben zur Behandlung von Quetschungen, Prellungen und Verstauchungen sowie Sehnen- und Muskel-entzündungen.

Tropaeolum majus, dt. Kapuzinerkresse
Die Kapuzinerkresse ist eine kletternde oder kriechende, krautige Pflanze, 30 cm hoch, mit gelborangefarbenen Blüten. Sie kann im Frühjahr nach dem letzten Frost einfach ausgesät werden. Blätter und Blüten sind essbar und haben einen angenehm scharfen Geschmack. Die Inhaltsstoffe von Kapuzinerkresse sind u.a. durchblutungsfördernd und werden bei Gelenk- und Muskelschmerzen verwendet.

Verbena officinalis (hier V. bonariensis), dt. Echtes Eisenkraut
Echtes Eisenkraut ist eine wärmeliebende Staude für frische Böden. Der Artname officinalis bedeutet im Lateinischen „als Arznei verwendet“. In diesem Beet wurde aus gestalterischen Gründen die Art bonariensis verwendet, eine 80 cm hoch werdende Pflanze, die durch ihre violetten Blüten im Sommer auffällt und sich leicht versamt. Von der Antike bis ins Mittelalter wurde Eisenkraut bei unterschiedlichsten Erkrankungen empfohlen. Das Lorscher Arzneibuch enthält ein Rezept mit Eisenkraut, das u.a. „der Hüfte, den Unterschenkeln, den Füßen und gegen Gicht“ helfen sollte. Ein wissenschaftlicher Beleg für die Wirksamkeit des Rezepts existiert nicht.

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