Arzneigarten – Atemwege

Die nachfolgenden Beschreibungen von Rezepten und Heilwirkungen sind z.T. rein historisch und nicht wissenschaftlich belegt. Es handelt sich um keine medizinischen Empfehlungen. Eine Therapie mit Heilpflanzen sollte grundsätzlich mit einem Arzt abgestimmt werden. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit der gesammelten Informationen.

1.1. Anacyclus pyrethrum, dt. Betram
Bertram ist eine 30 cm hohe Staude, die zwischen Mai und Juli weiß blüht und mildes Klima liebt. Über den Betram schrieb Hildegard v. Bingen: „Wer viel Schleim im Kopf hat und Betram isst, dem mindert er diesen Schleim. Oft genossen vertreibt er die Bauchfellentzündung, bereitet reine Säfte und macht die Augen klar.“ Der Betram wurde schon in der Karolingerzeit im Lorscher Arzneibuch erwähnt „Gegen Katarrh und Überschuss an Säften im Kopf“.

1.2. Artemisia pontica, dt. Pontischer Wermut
Der Pontische Wermut ist eine 40-70 cm hohe Staude, die zwischen Juli und August unscheinbar weiß blüht. Sie braucht durchlässige Böden und einen sonnigen Standort. Über den Wermut schrieb Hildegard v. Bingen: „Gieße Wermutsaft in Olivenöl, wärme es in einem gläsernen Gefäß an der Sonne und bewahre es so ein Jahr auf. Und wenn jemand in oder um die Brust Schmerzen hat, dass er hustet, salbe ihn auf der Brust damit.“

1.3. Echinacea purpurea, dt. Roter Sonnenhut
Sonnenhut wird bis 100 cm hoch und blüht zwischen Juli und September intensiv rosarot. Diese robuste Präriestaude stammt ursprünglich aus Nordamerika. Beim Roten Sonnenhut werden alle krautigen Teile (keine Wurzeln) als Arzneimittel verwendet. Sie enthalten u.a. Alkamide, die eine positive Wirkung auf das Immunsystem haben sollen und daher bei Erkältungskrankheiten eingesetzt werden.

1.4. Inula ensifolia (hier I. ensifolia ‘Compacta’), dt. Alant
Alant ist eine robuste Staude für den Steingarten. Die Sorte ‘Compacta’ wird 20 cm hoch und blüht gelb von Juli bis August. Im Mittelalter setzte man Alant bei Bronchialerkrankungen ein, da er hustenlösend wirkt. Hildegard v. Bingen empfahl bei allen schmerzhaften Lungenerkrankungen so genannten Alantwein. In der Volksmedizin findet Alanttee und die Alantwurzel heute noch Verwendung.

1.5. Pulmonaria officinalis, dt. Lungenkraut
Das Lungenkraut ist ein dankbarer Frühblüher für den Halbschatten. Der Artname officinalis bedeutet im Lateinischen „als Arznei verwendet“. Diese Staude blüht in manchen Regionen bereits Ende März an violett-rosa Blüten. Im Mittelalter wurde das Lungenkraut, wie der Name schon andeutet, bei Lungenerkrankungen empfohlen. Heute wird das Lungenkraut nicht mehr verwendet, da kein wissenschaftlicher Nachweis für seine Heilkraft besteht.

1.6. Salvia officinalis, dt. Salbei
Salbei kennen viele aus dem Kräuterregal. Der Artname officinalis bedeutet im Lateinischen „als Arznei verwendet“. Dieser duftende Halbstrauch gedeiht auf durchlässigen, warmen Standorten und blüht von Juni bis Juli an hellvioletten Blüten. Dank seiner entzündungshemmenden Wirkung helfen Salbeitees und Salbeibonbons bei Halsentzündungen.

1.7. Viola odorata (hier V. odorata ‘Königin Charlotte’), dt. Duftveilchen
Ein schöner, immergrüner Bodendecker für halb- und vollschattige Standorte. Die hier verwendete Sorte ‘Königin Charlotte‘ remontiert, blüht also im März und ein zweites Mal im September. In der Naturheilkunde wird Veilchen als Tee eingesetzt u.a. bei Husten und Bronchialerkrankungen, da er schleimlösend wirken soll. Hildegard v. Bingen schrieb über Veilchen: „Wenn jemand durch Melancholie […] im Sinn beschwert wird und so die Lunge schädigt, der koche Veilchen in reinem Wein, seihe es durch ein Tuch und gebe Galgant und Süßholz zu, so viel er will, und trinke ihn […].“

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