Abtei im Herbst
Ein neues Bild von Kirche

Die Kirche steht in Heidelberg vor einem gewaltigen Wandel. Ich denke, da genügt es nicht, das noch Mögliche geschickter und phantasievoller zu organisieren. Was wir brauchen, ist ein neues Bild von Kirche – eine neue Weise, Kirche zu leben und in der Praxis des Alltags zu gestalten. Sonst rennen wir immer nur dem nach, was wir schon kennen, und gehen nicht auf das zu, was wir noch nicht kennen. Was wir brauchen, ist ein Traum oder eine Vision.

 

 
gesund werden - heil werden

Was erwarten die Menschen von einem großen Propheten und Gottesmann? Was ist ihr größtes Anliegen? >>Im heutigen Evangelium aus dem ersten Markuskapitel wird eine frühe Antwort gegeben: Die Menschen haben ein tiefes Gespür dafür, dass ihr Leben angefochten und gebrochen ist. Das zeigte sich zur Zeit Jesu nicht nur in den körperlichen Gebrechen, sondern auch in den seelischen Krankheiten, die man damals sehr leicht auf den Einfluss von Dämonen zurückführte. Anliegen des Evangelisten ist es, schon zu Beginn seines Zeugnisses von Jesus zu bekräftigen, dass er es ist, der die Menschen heil macht.

 

 
Orte des inneren Heimwehs

„Die Klöster sollen gleichsam Pflanzstätten zur Auferbauung des christlichen Volkes werden.“ (II. Vat. Konzil, Dekret über die Erneuerung des Ordenslebens 9)

Jedes Jahr zum ersten Advent schlage ich unserer Gemeinschaft ein Wort oder einen Satz vor, der sie durch das kommende Jahr begleiten soll. Manchmal sind es Worte aus der Bibel oder der Benediktsregel. Im vergangenen Jahr hatten wir das „tu solus – du allein“ aus dem Gloria der Messe. Dieses Jahr ist mir schon im Sommer ein Wort des Konzils über die Klöster begegnet, das uns ein guter Begleiter sein könnte. Da heißt es über die monastischen Orden, zu denen wir Benediktiner auch gehören: „Unter Wahrung ihrer jeweiligen Eigenart sollen sie die alten, dem Wohl des Nächsten dienenden Überlieferungen erneuern und sie den gegenwärtigen Bedürfnissen der Menschen so anpassen, dass ihre Klöster gleichsam Pflanzstätten zur Auferbauung des christlichen Volkes werden.“ Im lateinischen Urtext lautet die entscheidende Passage: „seminaria aedificationis populi christiani“.

 
Was hat die Welt mit Gott zu tun?

Im Nachdenken über diese Frage spüre ich, wie schwer ich mich mit ihr tue. Immer wieder verzerrt sie sich in mir zu etwas anderem, zu der Frage: Was hat die Welt mit der Kirche zu tun? Oder noch eingeengter: Warum wendet sich die Welt immer mehr von der Kirche ab? Was machen wir falsch? So berechtigt und notwendig diese Fragen an ihrem Platz sind, will ich versuchen, mich dem gestellten Thema zuzuwenden, und wage den inzwischen dritten Anlauf.

 
Was tun ...

Was tun, um die Angst
vor dem eigenen Schatten
zu verlieren?

 

 
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