Hl. Robert Bellarmin

Gedenktag 17. September

Robert Franz Romulus Bellarmin, geboren am 4. Oktober 1542 in Montepulciano, trat im Alter von 18 Jahren in den Jesuitenorden ein. 1570 zum Priester geweiht, wurde er Professor in Löwen, von 1576 bis 1594 nahm er leitende Funktionen am Collegium Romanum des Ordens wahr; 1597 wurde er dann theologischer Berater von Papst Clemens VIII. Er gab einen Katechismus heraus, dessen kleinere Ausgabe 400 Auflagen erlebte und in 56 Sprachen und Dialekte übersetzt wurde. Bellarmins Fähigkeit, jegliche Unklarheit oder Beliebigkeit in theologischen Fragen zu vermeiden und sorgfältig Argumente zu sammeln, trug zu diesem Erfolg bei. 1599 zum Kardinal ernannt, wurde er doch schon 1602 von der Kurie entfernt und als Erzbischof nach Capua geschickt. Er hatte im sogenannten Gnadenstreit gegen seinen Ordensbruder Molina das vorrangige Wirken der Gnade bei der Hinwendung des Menschen zu Gott verteidigt. In Capua, wo Bellarmin zugleich die weltliche Macht ausübte, verlieh er seinem Hirtenamt durch soziale Maßnahmen wie Landparzellierung und Arbeitsbeschaffung Ausdruck, während er ansonsten die Position vertrat, die durch das Amt in der Kirche ausgeübte Gewalt sei geistlicher Art und dürfe nur indirekt in den weltlichen Bereich wirken. Eine absolute Gewalt des Staates lehnte er ab. Im Jahr 1605 wurde er durch Paul V. wieder nach Rom berufen. Bis zu seinem Lebensende arbeitete er an seinen Schriften, u. a. der Übersetzung und Kommentierung der Bibel; 1611 erschien sein Psalmkommentar.
Am 17. September 1621 starb Bellarmin. Erst im Jahr 1923 wurde er selig- und 1930 heiliggesprochen, ein Jahr später zum Kirchenlehrer erhoben.

Schrifttexte: Lesung Weish 7,7-10.15-16; Evangelium Mt 7,21-29