Hl. Hieronymus

Gedenktag am 30.09.

Mit Ambrosius, Augustinus und Gregor dem Großen gehört Hieronymus zu den vier lateinischen Kirchenvätern. Um 345 wurde er in Dalmatien geboren. Während seines Studiums in Rom empfing er die Taufe. Dem folgte eine ausgedehnte Reisetätigkeit (Trier, Triest, plötzlicher Aufbruch in den Orient). In einem Kloster in der Wüste von Chalkis (Nordsyrien) ließ er sich für längere Zeit nieder. Strenge Askese und ausgiebige Studien prägten sein Leben.

Um 379 wurde er in Antiochien zum Priester geweiht. 380-381 schließlich war er Schüler des Gregor von Nazianz in Konstantinopel. Danach kam er nach Rom und wurde Sekretär von Papst Damasus I. Er wollte dessen Nachfolger werden, doch wegen seiner Askese und seiner heftigen Angriffe auf den verweltlichten Klerus erfuhr er heftigen Widerstand. Im August 385 verließ er mit Gefährtinnen und Gefährten Rom und ließ sich 386 endgültig in Bethlehem nieder. Hier gründete er ein Männer- und drei Frauenklöster, denen er als Leiter vorstand.

Der große Bibelgelehrte besaß bemerkenswerte Sprachkenntnisse im Hebräischen, Griechischen, Lateinischen.

Er übersetzte zahlreiche theologische Werke, verfaßte exegetische Schriften und einen Kommentar zum Alten und Neuen Testament.

Im Auftrag von Papst Damasus übersetzte er die Bibel aus dem Hebräischen und Griechischen ins Lateinische: diese "editio vulgata" (allgemein gebräuchliche Ausgabe) wurde sein wohl wichtigstes Werk. Die "Vulgata" ist für das gesamte Mittelalter und bis heute die maßgebliche lateinische Übersetzung der Heiligen Schrift.

Hieronymus starb am 30. September 420 in Bethlehem. Seine Gebeine sind in der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom beigesetzt, in deren Krypta auch Stücke der Krippe von Bethlehem aufbewahrt und verehrt werden.

Schrifttexte: Lesung 2 Tim 3,14-17; Evangelium Mt 13,47-52