Was zu sagen ist. (III)

• Der Klosterstandort Stift Neuburg soll sich zu einem Zentrum für Wissenschaft und Kunst entwickeln.

• Die benediktinische Gemeinschaft des Stift Neuburg hat mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW), Mosbach, eine betriebswirtschaftliche Seminarreihe gestartet, in deren Mittelpunkt stehen das Denken und Handeln der Benediktiner.

• Die enge Zusammenarbeit mit den Universitäten Mannheim und Heidelberg und privaten wissenschaftlichen Bildungseinrichtungen ist das erklärte Ziel.

• Abt Winfried Schwab OSB wurde zum Mitglied des Ethikbeirats am Universitätsklinikum Heidelberg berufen.

• Für Gastronomie, Landwirtschaft und Hofladen wurden neue Betreiberkonzepte entwickelt. Auch der beliebte Weihnachtsmarkt wird weiterhin stattfinden.

• Vor dem Neustart werden zunächst dringend erforderliche
Instandhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen durchgeführt.

• Zum zeitlichen Ablauf können gegenwärtig keine Angaben gemacht werden, da sich die bisherige Pächterin weigert, den Pachtgegenstand zurückzugeben, obwohl die Wirksamkeit der Kündigung zum 31. Dezember 2016 durch ein Urteil des OLG Karlsruhe bestätigt wurde.

• Die Weiterentwicklung aller Aktivitäten nach höchsten ökologischen wie auch qualitativen Maßstäben wird sichergestellt.

• Fachkräfte aus den Bereichen Landwirtschaft, Gastronomie, Hotellerie, Fisch- und Wasserwirtschaft wurden für die operative Mitarbeit gewonnen.

Kloster

Klösterliches Leben bedeutet gemeinsames Beten und Arbeiten. Damit das „ora et labora“ auch zukünftig möglich ist und sich weiter entfalten kann, muss der Fortbestand des Klosters gesichert sein. Stift Neuburg soll deshalb zu einem Zentrum der Wissenschaft und Kunst werden. Den Mitgliedern des Konvents wird es möglich sein, wissenschaftlich zu arbeiten. Nach dem Vorbild englischer und amerikanischer Colleges sollen Wissenschaftler in einem spirituell begleiteten Rahmen ihre Forschungen betreiben können.
Weiterhin soll sich das Kloster zu einem Forum des Dialoges zwischen Kunst, Kultur und Kirche entwickeln.

Zur Glaubensvertiefung werden im Gastbereich vermehrt Kurse und Seminare angeboten.

Mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW), Mosbach, wurde aktuell eine betriebswirtschaftliche Seminarreihe konzipiert, deren Ziel es ist, die benediktinischen Traditionen zu vermitteln und Ableitungen daraus für heutige Unternehmen zu eruieren. Zudem werden mit Unterstützung der Professoren und Studierenden zukunftsfähige Konzepte für den Fortbestand des Klosters entwickelt.

Die Berufung von Abt Winfried Schwab OSB in den Ethikbeirat am Universitätsklinikum Heidelberg eröffnet neue Möglichkeiten des Zusammenwirkens mit Wissenschaft, Wirtschaft und Medien.

Im Zusammenhang mit den vorgenannten Aktivitäten werden gegenwärtig mit Interessenten Gespräche wegen eines möglichen Klostereintritts geführt.

Wirtschaft

Die klösterliche Gemeinschaft plant den Betrieb von Gastronomie, Landwirtschaft, Hofladen und Weihnachtsmärkten auf den Liegenschaften der Abtei Neuburg nach höchsten ökologischen wie auch qualitativen Maßstäben.

Nunmehr hängt alles von der ordnungsgemäßen und zeitgerechten Übergabe der Geschäftsräume des bisherigen Pächters ab. Von Seiten der Klostergemeinschaft sind die Vorbereitungen für einen grundsätzlichen Neuanfang der Geschäftstätigkeit getroffen worden. Der Umfang und zeitliche Rahmen der augenscheinlich dringend notwendigen Renovierungsarbeiten können momentan nicht genau abgeschätzt werden, da dem Kloster durch die bisherigen Pächter kein Zugang für eine Begutachtung eingeräumt wurde.

Gastronomie

Für die Küchenleitung in der Startphase wird Herr Klaus Walter verantwortlich zeichnen. Herr Walter verfügt über umfangreiche Erfahrung aus der Sterne-Gastronomie. Wissen und Erfahrung sammelte er im Schlosshotel Lerbach, Tantris München, Deidesheimer Hof, Hotel Binshof Speyer und im Hotel Giardino, Ascona/Schweiz. Für den Aufbau des Biergartens hat Herr Franz Hammer, der ehemalige Betreiber des „Alter Hammer“ in Speyer seine Expertise zugesagt.

Herr Noureddine Chamkhi wird Herrn Walter zur Seite stehen. Er war unter anderem im „Lindbergh“ am Flughafen Mannheim und in dem renommierten Heidelberger Restaurant „Rossini“ in verschiedenen Stellungen tätig. Die angebotenen Speisen werden regional und modern sein, Noureddine Chamkhi wird zudem einen mediterranen Touch des Speiseangebotes garantieren.

Die Betriebsführung des Restaurants wird Frau Julia Zell übernehmen. Sie wurde im BASF-Viersterne-Hotel Rene Bohn/Ludwigshafen ausgebildet und hat im Anschluss ein BWL-Studium absolviert und mit einer Abschlussarbeit zu saftverarbeitenden Betrieben mit Streuobstwiesen abgeschlossen.

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft wird zukünftig nach ökologischen Prinzipien erfolgen. Da jedoch weder der Stall für die Kühe noch die Unterbringung der anderen „Streicheltiere“ dem heutigen Stand artgerechter Tierhaltung entsprechen, steht eine Umorientierung an. Geplant ist zum einen die Haltung von Fleischrindern alter Rassen und zum anderen von Ziegen/Schafen zur Käseherstellung. Hierfür konnte mit Frau Claudia Rhein, eine ehemalige Bioland-Bäuerin gewonnen werden, die bereits in der Vergangenheit für ihre Arbeiten und Erzeugnisse Prämierungen erhalten hat.

Mittelfristig geplant ist der Neubau eines modernen Stalls. Ein Konzept zur „gläsernem Schlachtung“ soll mit Bildungsträgern wie Schulen und Kindergärten erarbeitet werden. Damit soll dem benediktinischen Bildungsauftrag entsprochen und die „ganze Wahrheit“ gezeigt werden. Die Meinungsbildung in Sachen verantwortungsbewusstem Fleischkonsum, begleitet von einem pädagogischen Konzept, ist das Ziel.

Die Streuobstwiesen werden wieder einer wirtschaftlichen Verwertung zugeführt. Hierzu müssen einige Bäume, die jahrelang nicht gepflegt wurden durch neue Bäume (alte Sorten!) ersetzt werden.

Fischwirtschaft

Die Fischteiche werden wieder traditionell bewirtschaftet. Das heißt, die Klostergemeinschaft plant den gesamten Kreislauf – vom Laichen bis zum Abfischen – in Eigenregie zu betreiben. Hierfür konnte mit Ralf Schöndorf ein erfahrener Fischer, ausgebildeter Teichwirt und Gewässerwart mit langjähriger Erfahrung im Naturschutz gewonnen werden. Auch hier sind zunächst erhebliche Investitionen vorzunehmen, um den verwahrlosten Zustand zu beseitigen in dem sich die Teiche und der Forellenbestand befinden. Dies wird zu einer Betriebsunterbrechung führen.

Klosterladen

Der Klosterladen wird mit neuem Konzept und nach einer renovierungsbedingten Unterbrechung eröffnet. Neu aufgenommen in das Sortiment des Ladens werden auch kirchliche Artikel. Vermehrt sollen auch Lebensmittel, die in anderen Klöstern hergestellt werden, zum Verkauf stehen.

Weihnachtsmarkt

Der Weihnachtsmarkt „Stift Neuburg“ wird auch in Zukunft in bekannter Weise ausgerichtet werden.

Brauerei „Zum Klosterhof“

Die Bio-Biere der „Brauerei zum Klosterhof“ um das Team von Rolf Schmiedgen, Hans-Dieter Jesse und Till Barucco werden die Besucher der Stiftsgastronomie – und die Bierliebhaber/-innen der Region auch in Zukunft weiter mit Ihren Bierspezialitäten aus handwerklicher Braukunst erfreuen. Auch die beliebten Events wie Brauereiführungen Bierseminare und Braukurse werden weiterhin angeboten!

Zeitlich immer informiert

Die Bürger der Stadt Heidelberg, alle Interessierten und die Vertreter der Medien können ab sofort auf der Website des Stifts Neuburg den Fortgang der Rückgabe von Gastronomie und Landwirtschaft an die klösterliche Gemeinschaft und die daraus resultierenden zeitlichen Abläufe verfolgen.

Die klösterliche Gemeinschaft wird stets offen und aufrichtig über den Fortschritt der Planungen und deren Umsetzung Auskunft geben. Sie legt Wert auf eine Begegnung „auf Augenhöhe“, sei es mit der Bevölkerung, öffentlichen wie privaten Einrichtungen wie auch den Medien.

Heidelberg, den 13. Januar 2017