Was zu sagen ist. (II)

Ein weiteres Mal möchte ich als Abt der benediktinischen Gemeinschaft des Stift Neuburg den Bürgern von Heidelberg und allen Freunden des Stiftes versichern, dass wir uns auch weiterhin der benediktinischen Gastfreundschaft verpflichtet fühlen!

An dieser Stelle ist es mir auch ein Anliegen deutlich zu machen, dass Ängste und Befürchtungen es könne sich etwas in eine nicht wünschenswerte Richtung entwickeln, falsch sind und – so scheint es mir – von unterschiedlichen Interessengruppen befeuert werden.

Richtig ist, dass es seit Jahren Differenzen zwischen den Benediktinern und dem Klosterhof wegen der Betriebsführung, der Nutzung des Areals und der Instandhaltung gibt. Zudem haben Veranstaltungen, die von Seiten der Klosterhof GmbH initiiert wurden, nicht dem klösterlichen Rahmen entsprochen.

Diese Differenzen haben letztendlich dazu geführt, dass der 2015 amtierende Abt Franziskus Heeremann, nach Versuchen der Verständigung die Kündigung gegenüber den Pächtern von Landwirtschaft und der untervermieteten Gastronomie ausgesprochen hat.

Die richterliche Entscheidung zu dieser Kündigung gilt es nun abzuwarten! Bereits am 16. November findet die nächste mündliche Verhandlung statt.

Wenn heute, am 10. November, von den „Bürger für Heidelberg“ zu einer Versammlung in den Klosterhof gerufen wird, dann werde ich – trotz Einladung der Veranstalter – nicht anwesend sein. Unterstellungen, Mutmaßungen und spürbar aufgeladene Emotionalität, wie aus den Veröffentlichungen der Online Medien und auch manchen Leserbriefen der Rhein-Neckar-Zeitung ersichtlich, lassen kein ausgewogenes Gespräch erwarten. Ganz wichtig ist es mir festzuhalten, dass die Wahl des Veranstaltungsortes, die von den Pächtern betriebene Klosterhofgastronomie, eine einseitige Parteinahme von Seiten der Veranstalter befürchten lässt. In solch einer Situation lassen sich keine unaufgeregten, sachlichen Gespräche erwarten.

Die benediktinische Gemeinschaft des Stift Neuburg, mit mir als Abt, hat als wichtigstes Ziel den Erhalt der klösterlichen Gemeinschaft und damit des Stiftes benannt. Daran, neue Mitglieder für den Konvent zu gewinnen, wollen wir arbeiten. Darüber hinaus suchen wir den Austausch und die Zusammenarbeit mit Einrichtungen der Kultur, von Wissenschaft und Forschung und der Jugendarbeit. Im Wirken der Benediktiner hat die Lehrtätigkeit, die Jugendarbeit, die Erwachsenenbildung, die Landwirtschaft sowie die Gastfreundschaft Tradition. Diese Tradition fortzuschreiben ist unsere feste Absicht.

Stift Neuburg, den 10. November 2016

Abt Winfried Schwab OSB